K40 - Amateurfunk im Westerwald - Ortsverband Kannenbäckerland

Startseite Berichte und Anleitungen Radio Mobile Humor
Über unseren OV Nachrichtenarchiv Bilder Impressum

Startseite
Berichte und Anleitungen
Radio Mobile
Humor
Über unseren OV
Nachrichtenarchiv
Bilder
Impressum

Die Humorseite

Inhalt:

Bist Du ein richtiger Funkamateur???


Wenn du dich am Telefon mit deinem Call meldest und dann sagst:
"Hier ist HB9XYZ, ich kann sie hier mit 59 aufnehmen."
 

Wenn der Lehrer dich anruft und wissen möchte, warum dein Kind
die Länder mit VK, VE, SU und CT3 benennt.
 

Wenn Du in geschäftlichen E-Mails Telegrafieabkürzungen
verwendest.
 

Wenn Du die Sperrgutabfuhr deines Nachbars nach Antennen-
baumaterial durchwühlst und dein Hund auf den Namen Marconi hört

.
Wenn Dir auffällt, dass die Amsel auf dem Dach Q-Gruppen
trällert und dich dein Wecker am Morgen mit einem frohen
H...H...H...H weckt

.
Wenn bei der Wohnungssuche die wichtigsten Kriterien HF-Lage
und Antennenmöglichkeiten sind und die sofort alle möglichen
Kabeldurchführungen und Wanddurchbrüche siehst.
 

Wenn dein Kind auf die Frage "Wo wohnst du?" antwortet:
"IARU Region 1, Zone 14, JN47HQ, Schaffhausen"
 

Wenn die wichtigste Frage für die Ferienplanung "Wie komme
ich zu einer Gastlizenz?" lautet, sofern infolge Stations-
beschaffung überhaupt noch Geld da ist.
 

Wenn bei der Fahrt in die Ferien infolge zu hohem Platz-
bedarf für die Funkstation die Ehefrau zu Hause bleiben muss.
 

Wenn beim Kauf eines neuen Autos der Power der Lichtmaschine,
die Güte der Zündfunkenentstörung und die HF-Festigkeit
der Elektronik wichtig sind.
 

Wenn du das Haus nur verlässt, nachdem du dich überzeugt hast,
dass du das Funkgerät dabei hast, jedoch gleichzeitig den
Schlüssel vergisst.
 

Wenn du das Gewitter als "lokales QRN" bezeichnest, den
Arbeitskollegen anrufst und dich nach dem "Sked" des
Kegelklubs erkundigst und im Sportklub nur noch auf dein
Rufzeichen statt auf den Vornamen reagierst.

Wenn du aus dem Urlaub, anstatt Postkarten zu kaufen,
deine mitgebrachten QSL-Karten ausfüllst, mit Briefmarken
versiehst und zur Post gibst.

Wenn du dir Gedanken darüber machst, welche Anzeichen darauf
hinweisen, dass du ein echter, hamspiriterfüllter Funkamateur
bist.
 

....dann bist Du ein echter Funkamateur, jawohl.

Quelle: Packet Radio, von HB9CIC (Box DB0MRW-8, Rubrik: HUMOR) und Hinzufügungen von DF1PB


 

1984 war schon längst...
(von Peter John,DL7YS)

Rueckstaendig sei ich, altmodisch nannte meine Frau mich, das musste ich mir nun gefallen lasen. Dabei hatte sie es nach 25 Jahren Ehe mit einem lizenzierten OM nicht einmal zu einer SWL-Nummer gebracht. Was hatte ich ihr nicht alles geboten in dieser Zeit? Das allabendliche  "...ruft CQ-2m und dreht langsam von unten nach oben uebers Band...", die Portabelfuchsjagden mit den selbstgebauten Pendlern (da peilte jeder jeden an), das stundenlange Rufen nach einem Gus Browning, der Erwerb der ersten F-Line (nun wurde das AM-QRM im Plattenspieler des Nachbarn ersetzt durch die neckischen SSB-Streifen auf dem Fernsehschirm des geplagten Mitmenschen), usw. .......
Natuerlich war auch meine Station im Laufe der Zeit immer moderner geworden, aber der allerletzte Schrei musste es ja nun doch nicht sein; das kostet ja auch alles ein paar Mark fuenfzig. Immerhin war letztes Jahr die W3DZZ durch einen 3 Element Beam und die Handtaste durch eine ETM 3 C ersetzt worden. Und nun erdreistete sich meine Gattin doch tatsaechlich mich als altmodisch und rueckstaendig zu bezeichnen.
Es war schon nach Mitternacht, als wir uns auf dem Heimweg von Heinz und Giesela befanden. Heinz war vor 6 Jahren (durch mich) vom HF-Bazillus infiziert worden, hatte dann aber gleich richtig "rangeklotzt". Der 24m-Stahlgittermast mit den KW-Beams vor dem Haus war ja vergleichsweise noch als handlich zu bezeichnen. Interessanter waren da schon die Phased Vertical Arrays fuer 80 und 160m im hinteren Teil von Heinz' 8000 m2-Grundstueck. Eher unauffaellig im Vergleich die Masten mit den beiden EME-Gruppen fuer 2m und 70cm sowie die Batterie Parabolspiegel fuer die Mikrowellenbaender. Heinz hatte auch die Shacks im Anbau seines Hauses mit allem erdenklichen Schickschnack eingerichtet (fuer jedes Band ein eigenes Shack).
Wie hatte Heinz dann zwischen zwei Verdauungsschnaepschen nach dem Essen gesagt? "Weisst Du Peter, die ganze Funkerei soll doch ein Hobby bleiben. Es darf eben nicht in einen Full-Time-Job ausarten. Sieh mich an. Meine Stationen werden durch die Bank von Computern ueberwacht. Auf allen Frequenzen sagen mir die Rechner, ob diese oder jene Station ein neues Land oder ein neues Grossfeld ist. Das laestige Schreiben des Logs, das Ausfuellen der QSLs, alles erledigen meine PCs, und am Wochenende lasse ich mir dann nur noch meinen aktuellen Laender-, DOK-, Grossfelder- und Countystand ausdrucken. Meine Plazierungen in den diversen Contesten kommen woechentlich ueber Packet, das ist es was den Amateurfunk angenehm und interessant macht." Meine Frau hing mit verklaerter Miene an Heinz' Lippen. Ja, das haette Sie mir ja auch schon gesagt, aber ihr Mann (als wie ich) sei eben etwas hinterwaeldlerisch, und wahrscheinlich in der Bedienung von so komplizierter Technik ueberfordert. Von wegen; bis jetzt hatte meine technische Begabung noch ueber jedes Problem der HF-Technik gesiegt, ich hatte alle meine Verstaerkerschaltungen zum Schwingen gebracht.
Sogar als wir schon im heimischen Ehebett lagen moserte meine Frau weiter; altmodisch, rueckstaendig...... Mein Entschluss stand fest. Gleich morgen wollte ich einen Rechner besorgen. Ein ganz kleines Modell versteht sich; mit einem Drucker. Eben ganz etwas simples, nur um auch mal eine UKW-Contest auf einem Rechner auswerten zu koennen; und unter 800,- DM sollte das ganze Ding kosten.
Der Verkaeufer in dem Laden war furchtbar nett und stellte mir ein Paket zusammen, welches fuer nur 4899,- DM neben dem Rechner auch diverse Peripheriegeraete wie Interface, Unterface und Babyface, groessere Mengen Software sowie eine 2 Seiten umfassende Dokumentation beinhaltete. Nur ein Programm zur Entfernungsberechnung war nicht dabei.....
Daheim arbeitete ich flugs das taiwanesische Handbuch durch und verband den Rechner mit meiner Station. Ich war auf dem Stand der Technik. Sicherlich, am Anfang war es etwas ungewohnt dem Rechner ein Call einzugeben, und diese Maschine uebernahm es dann z.B. die Antenne in die richtige Richtung zu drehen, aber mit der Zeit empfand ich es als recht angenehm die Hilfe einer "Maschine" in Anspruch zu nehmen.
Eines Tages (es war am fruehen Morgen vor dem QRL) hoerte ich auf dem langen Weg auf 20m die lang angekuendigte DX-Pedition nach Buana Island. Die Jungs lagen mit einem stolzen 419-Signal an, und mir war klar, dass dies eine Sache fuer die Spezialisten mit Kilowatt und Riesenantenne war. Da brauchte ich gar nicht erst anzurufen. Auf dem Bildschirm meines Rechners (der ja stets und staendig mitlief) erschien die Meldung "BUANA ISLAND = NEUES LAND, DRUECKEN SIE <F1> FUER ARBEITEN ODER <F2> FUER ABBRUCH". Natuerlich drueckte ich <F2> um dem ganzen Spuk ein Ende zu bereiten, aber das interessierte die Maschine herzlich wenig. Es erschien die Meldung "ABBRUCH NICHT MOEGLICH, NEUES LAND MUSS GEARBEITET WERDEN". Die Antenne hatte dieser Satansapparat schon in die richtige Richtung gedreht. In der rechten unteren Bildschirmhaelfte meldete sich Heinz derweil ueber Packet "Habe Buana Island schon um 0442 GMT gearbeitet, bin die Nummer 1 bei denen im Log, hi. Streng dich mal ein bischen an. Vy 73 von Heinz." Meine Frau rief mich zum Fruehstueck, so dass ich mich nicht weiter um diesen Unsinn kuemmern konnte.
Als ich vom QRL nach Hause kam, hatte der Rechner schon wieder eine Ueberraschung parat. Er empfing mich mit folgender Mitteilung auf der Glotze: "HABE 97 MINUTEN VERTAN UM BUANA ZU ARBEITEN. IN DER ZWISCHENZEIT WURDE AUF 21 MHZ DIE DX-PEDITION NACH SOWIESOBUNGOLAND, AUF 28 MHZ DIE SONDERSTATION AUF MURKEL-ISLAND UND AUF 7 MHZ EIN QSO MIT DEM PAPST VERSAEUMT. IHR SYSTEM MUSS DAHER OPTIMIERT WERDEN !!! DRUECKEN SIE <F1> FUER OPTIMIEREN ODER <F2> FUER ABBRUCH". Es versteht sich ja wohl von selbst, dass ich <F2> waehlte. Auch der Kommentar der Maschine verstand sich von selbst "ABBRUCH NICHT MOEGLICH, SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT, BITTE WARTEN". Wohl um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, hatte diese Hoellenmaschine die Taste F2 verriegelt. Ein anderer Gedanke ging mir durch den Sinn. Woher wusste der Apparat eigentlich so gut ueber das DX-Geschehen in der Welt Bescheid? Der Druck auf die Status-Taste <F5> trieb mir das blanke Entsetzen ins Gesicht. Dieser Wahnsinnskasten hatte sich ueber die Phone-Patch-Leitung in verschiedene Info-Netze wie z.B. das Cluster-Buster-Net der South-American-Guevara-DX-Gang, das Digi-Dungo-Net der North-American-DX-Compu-Hunter-Group und die Literaturdatenbank der Schuelerbuecherei Oberursel eingeloggt. Meine Telephonrechnung lief in einem kleinen Fenster in der unteren Bildschirmhaelfte mit; sie war inzwischen siebenstellig, aber der Rechner hatte in weiser Voraussicht ueber BTX auf unser Haus eine Hypothek aufgenommen und der Post eine Einzugsermaechtigung erteilt.
Mein Versuch mit Heinz auf 2m in Kontakt zu kommen scheiterte klaeglich. Irgendwie hatte es den Anschein, dass die Station kaputt war, aber der Rechner loeste dann das Raetsel. "2m-STATION WIRD ZUR DIGI-PACKET-UEBERTRAGUNG BENOETIGT, KLOENSCHNACK DERZEIT NICHT MOEGLICH, SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT" erschien als Reaktion auf mein Druecken der PTT. Ich versuchte den Computer abzuschalten; natuerlich vergebens. Der Netzschalter war verriegelt...... Aus dem Lautsprecher des Rechners ertoente eine blecherne Stimme "BITTE NICHTS BERUEHREN, VERLASSEN SIE DAS SHACK, SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT". Mein Entschluss stand fest: dieser Wahnsinn musste schnellstens ein Ende haben, da gab es keine Diskussion. Gleich morgen musste etwas geschehen, das nahm ich mir fest vor. Bevor ich an diesem Tag ins QRL fuhr, ging ich noch einmal schnell ins Shack, um zu sehen welche Kapriolen mein Zweit-OP diesmal ausgeheckt hatte, aber welch Wunder, lediglich die Anzeige "SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT" blinkte still und leise vor sich hin. Im QRL war ich den Tag ueber eigentlich nicht so recht bei der Sache; ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen.
Als ich unser Haus betrat, empfing mich meine Frau mit den Worten "... die Leute von der Firma Ham-Funk sind gerade weg, aber sie haben auch ohne Dich wohl alles komplett angeschlossen." Immer zwei Stufen zugleich nehmend jagte ich die Treppe zum Shack hinauf. Mein Gesicht wurde aschfahl als ich das Shack betrat. Mehrere neue Transceiver, drei neue Computer, Drucker usw. zierten den Shacktisch. Die Skalen leuchteten im matten Gruenton, und auf den Bildschirmen wurden die derzeitigen Laender-, Grossfelder-, DOK- und Countystaende mitprotokolliert. Auf dem Bildschirm des "Master-Rechners" blinkte immer noch die Meldung "SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT, OPERATOR UEBERFLUESSIG, BITTE NICHTS BERUEHREN" Auf dem Tisch lag eine Photokopie des Lieferscheines von Ham-Funk...... bedanken wir uns fuer Ihren Auftrag via BTX und die erteilte Einzugsermaechtigung.... Die Worte verschwammen vor meinen Augen. Meine Frau schaute mir ueber die Schulter. "Tolle Station, was? Ach so, die Antennenfirma hat angerufen; die wollen wissen, ob der 24m-Stahlgittermast vor oder hinter das Haus soll. Ausserdem haben sie vorgeschlagen, den 6m-Parabolspiegel hinter dem Haus aufzubauen. Da Du ja die Garage des Nachbarn hast abreissen lassen, koennten sie jetzt mit dem grossen Kranwagen auch bis hinters Haus fahren......" Nur die Tatsache, dass es an der Haustuer klingelte, bewahrte mich davor in Ohnmacht zu fallen. Vor der Tuer stand ein freundlicher uniformierter Herr der Firma "VERBREITET PARCEL SERVICE". Er laechelte mich an und sagte: "Wo sollen denn die 4 Tonnen QSL-Karten hin? Wenn Sie bitte hier unterschreiben wollen." Nein! Jetzt hatte der Alptraum ein Ende. Ich jagte in den Keller und bewaffnete mich mit einer Axt und einem Vorschlaghammer. Diesmal nahm ich immer 5 Stufen zugleich, als ich zum Shack nach oben stuermte. Jetzt mach ich ihn fertig, er oder ich...... Die Shacktuer war verriegelt, aus dem Inneren hoerte ich die blecherne Stimme "SYSTEM ARBEITET OGADUNGOLAND ALS DXCC NUMMER 445 AUF 47 GHZ, SYSTEMOPTIMIERUNG LAEUFT, OPERATOR UEBERFLUESSIG". Ich nahm die Axt und schlug auf die Tuer ein "OPERATOR UEBERFLUESSIG" hoehnte die Stimme aus dem Shack. Wieder und wieder schlug ich zu, bis ich schweissueberstroemt war.
"Peter, Peter, was ist mit Dir?" Meine Frau ruettelte mich in unserem Bett hin und her. "Hast Du schlecht getraeumt?" Ganz langsam kam ich zu mir; ich war schweissueberstroemt. "Was ist denn los?" hoerte ich meine Frau sagen. Wortlos stand ich auf und ging ins Shack. Dunkel und verlassen stand dort die alte F-Line mit der ETM 3 C. Nur die mikroprozessorgesteuerte Stationsuhr blinkte vor sich hin.

Quelle: Packet Radio, eingespielt von DO1FT (Box DB0SIF, Rubrik: HUMOR)




Ein ganz normaler Fall von TVI
(von Peter John, DL7YS)
Na endlich! Nach zaehen, mehrjaehrigen Verhandlungen mit der Wohnungsbaugesellschaft war der Antennenvertrag endlich unter Dach und Fach. Mein Herzhuepfte vor Freude; endlich wieder qrv. Keinerlei Beschraenkungen durch den Vermieter, nur die eindringliche Ermahnung, mich im Stoerungsfall mit meinen Mitmietern (und das waren in unserem 14-geschossigen Wohnblock ueber 250 Mietparteien) guetlich ins Einvernehmen zu setzen. Sonst muesste man seitens der Gesellschaft nochmals ueber die Genehmigung nachdenken! So ein Unsinn; mit meinen 100 Watt war BCI und TVI so gut wie ausgeschlossen. Die Antennenanlage wurde errichtet, und so zierte unseren Wohnblock bald ein 3 Element Beam nebst UKW-Langyagi. Die beiden Dipole waren flach ueber dem Dach gespannt und von der Strasse aus fast nicht zu sehen. Jetzt konnte ich nach Herzenslust QSO fahren. Das tat ich etwa eine Woche lang jeden Tag nach Feierabend und am Wochenende im weltweiten CQ-TVI-Contest in Phonie. Ueber 500 QSOs hatte ich schon gefahren, als es am Sonntag an der Haustuer klingelte. "Sie wuenschen?", fragte ich den etwas verlegen dreinschauenden Mann, der in Filzlatschen vor meiner Wohnungstuer stand. "Aeh, ja nun, ich haette da ein Problem." druckste er herum. "Da weiss ich nicht ob ich Ihnen helfen kann; das haengt von Ihrem Problem ab," sagte ich froehlich. "Na, Ihnen gehoert doch die grosse Antenne auf dem Dach," platzte der Juengling heraus. "Seit die da oben ist, habe ich abends immer Stoerungen in meinem Fernseher; und jetzt am Wochenende fast den ganzen Tag." Das war es also. Ein eisiger Schreck durchfuhr mich. TVI, eine Horrorvision von Dutzenden gestoerter Mitmieter lief vor meinem geistigen Auge ab. "Na, so schlimm wirds schon nicht sein," hoerte ich mich sagen. "Ich seh` mir das mal an". Die Speichertaste wurde mit einer Testschleife geladen, der Sender lief, und wir fuhren mit dem Fahrstuhl in den 2. Stock, wo der Juengling ein 2-Zimmer-Appartement bewohnte. Sein Fernseher lief, und so schlimm fand ich das Bild gar nicht. Der rhythmisch flackernde Balken auf dem Gesicht des Nachrichtensprechers stoerte eigentlich kaum.
Nach 11/2-stuendigen Entstoerversuchen durch Abblocken, Abschirmen und Abschalten konnte der Juengling wieder (fast) ungestoert fernsehen. Nur im 2. Programm flackerte der Balken munter vor sich hin. Na gut, damit koenne er leben, meinte (glaubte) er. Eine Woche lang war Ruhe, obwohl ich weiterhin jeden Abend ueber die Kurzwellenbaender stromerte. Die aeltere Dame, die ich am Montag im Treppenhaus traf, wohnte im Erdgeschoss unseres Wohnblocks. "Entschuldigen Sie, aber die Radarantenne auf dem Dach, das ist doch Ihre, oder?". Nicht schon wieder dachte ich und sagte: "Ja schon, aber.....?". "Wissen Sie," sagte die gute Frau, "ich kann Sie naemlich hin und wieder in meinem Fernseher hoeren; aber nur im ersten Programm." Na grossartig; ich war gerade dabei, mir einige Argumente auszudenken, um der Frau das erste Programm auszureden, als unsere Nachbarin zu uns stiess. "Ach das ist ja gut, dass ich Sie treffe, aber ich glaube, dass Sie hin und wieder unsere mikroprozessorgesteuerte Waschmaschine ausser Tritt bringen. Neulich in der Nacht um 02.00 Uhr ging der Schleudergang los, und die Frischwasserbefuellung schaltete sich ein; wir haben 4500 Liter Wasser und Lenor aus der unter uns gelegenen Wohnung gepumpt. Der Spuk wiederholte sich uebrigens alle 21/2 Minuten.....". Ach du dickes Ding, schoss es mir durch den Kopf. Das war mein Meteor-Scatter-QSO mit der Expedition nach Market Spleen gewesen. "Kein Problem meine Damen, das werden wir alles entstoeren" sagte ich mit fester Stimme.
Der Rest des Tages war damit ausgefuellt den Fernseher im 2. Stock mit Staniolfolie auszulegen und die Steuerung der Waschmaschine unserer Nachbarn abzublocken. Zwischenzeitlich hatten sich noch weitere Mitmieter gemeldet, die die verschiedensten Stoerungen hatten. Im 7. Stock wurde beim Tunen auf 80m bei einem Mitmieter der Elektroherd abgeschaltet, dagegen hatte ich mit RTTY-Aussendungen auf 10m bei einer gewissen Frau Meisenzeisig im 12. Stock den Mikrowellenherd eingeschaltet. Dies war umso bedauerlicher, weil sich zu diesem Zeitpunkt der Hamster der guten Frau in diesem an sich nuetzlichen Kuechengeraet verkrochen hatte. Insgesamt waren 34 Fernseher, 136 Radios, 26 Videorecorder 3 Toaster und eine Sonnenuhr von mir gestoert. Aber irgendwie lassen sich ja bekanntlich alle Probleme loesen. Die 6 Mitmieter, die am Abend die Sportschau sehen wollten, schickte ich zu dem Juengling in den 2. Stock, denn dort war ja das erste Programm ungestoert zu empfangen. Den Besitzern von gestoerten Waschmaschinen kaufte ich fuer 6500,- DM Wertmarken fuer den Waschsalon an der Ecke und fuer die video-gestoerten Mitbewohner liess ich im Erdgeschoss unseres Hauses ein Kino mit 220 Plaetzen einbauen. Dies war eher billig und kostete nur 450 000,- DM. Schlimmer war da schon der Fall eines Herrn Mueller-Luedenscheid der eine Maisonette im 13. Stock bewohnte. Die allabendli- chen SSB-Aussendungen von mir im 80m-Band bewirkten bei dem armen Mann einen Total-Reset seines Radioweckers. Dies hatte zur Folge, dass Mueller-Luedenscheid 14 Tage lang jeden Morgen verschlafen hatte und mit mehrstuendiger Verspaetung zum Dienst erschienen war. Er wurde gekuendigt, worauf ihn seine Frau verliess, seine Kinder nach Neuseeland auswanderten und seine Katze verstarb. Aber ich hatte Glueck im Unglueck; er (Mueller-Luedenscheid) ueberlebte alle 3 Selbstmordversuche, so dass ich mit maximal 2 Jahren auf Bewaehrung zu rechnen habe.
Der Rest der Geschichte ist schnell erzaehlt. Fuer die Mieter, deren Toaster gestoert war, bestellte ich jeden Morgen frische Broetchen beim Schlemmer-Party-Service, und fuer alle Kinder, die infolge TVI nicht mehr Sesamstrasse sehen konnten, liess ich einen Kindergarten bauen und engagierte 4 Kindergaertnerinnen. Um dies alles bezahlen zu koennen, beging ich 4 Bankueberfaelle, wurde 5 mal verhaftet und bekam 6 Jahre ohne Bewaehrung. Ich sitze jetzt, und mein Zellennachbar hat ein Transistorradio das den ganzen Tag dudelt. Irgendwie fuehle ich mich daher von meinem Nachbarn gestoert......

Quelle: Packet Radio, eingespielt von DO1FT (Box DB0SIF, Rubrik: HUMOR)




Der BY-Beam
(von Peter John, DL7YS)

Neulich wollte ich BY auf 15m arbeiten; der war ganz schoen laut bei mir. Ich habe jedenfalls 3 Stunden lang gerufen, aber er hat mich nicht gehoert. Vielleicht war ich doch zu leise in Peking. Dabei habe ich 60 Watt und sechsmeterfuenfundzwanzig Klingeldraht
Der Beam sollte auf meinen neuen Tower (ganz ausgefahren 18m!!); der Tower ist zum Ein- und Auskurbeln ausgelegt. Die Konstruktion der Seilwinde ohne Verriegelung ist meine eigene Idee und auch selbst zusammengeschweisst. Meine Freunde aus dem OV haben mir geholfen, meinen Beam zu bauen, aber da es schon sehr frueh dunkel wurde, konnten wir den Mast nicht mehr alle zusammen auf seine volle Hoehe auskurbeln; das habe ich dann am folgenden Tag allein gemacht.
Es ging am Anfang ganz leicht, dann aber immer schwerer. Jede Kurbelumdrehung war eine richtige Quaelerei. Ich habe dann eine Pause gemacht und mich auf die Kurbel gesetzt, damit der Tower sich nicht von selbst wieder einkurbelt. Als meine Pause zu Ende war, wollte ich von der Kurbel aufstehen und bin dann aber mit dem Aermel an dem Stahlseil der Seilwinde haengengeblieben. Weil ich ja nun nicht mehr auf der Kurbel sass, konnte der Mast sich nun doch von selbst einkurbeln, und weil ich leichter bin als mein BY-Beam mit Mastoberteil hat der Beam mich auf die halbe Masthoehe ausgekurbelt. Der Doktor sagt, dass ich mir dabei wahrscheinlich die Schulter ausgekugelt habe.
Als ich oben am Mast angelangt war, stiess ich mit dem Kopf gegen den Boom von meinem BY-Beam; aber ich hatte Glueck, denn die Kopfplatzwunde musste mit nur 7 Stichen genaeht werden.
Durch den harten Aufprall an meinem BY-Beam war der linke Aermel meiner Jacke zwischenzeitlich von derselben abgerissen, so dass ich den Gesetzen der Schwerkraft folgend bis auf das Betonfundament meines Towers fiel; dabei habe ich mir das rechte Bein gebrochen.
Als mein Mast mich ausgekurbelt hatte, war ja auch die Handkurbel ganz schoen ins Rotieren gekommen, und als ich neben meinem Tower zu liegen kam, drehte sie sich immer noch wie ein Flugzeugpropeller. Ich habe dann von dem Propeller richtig Dresche bekommen; daher die zahlreichen Prellungen auf >meiner verlaengerten Rueckenpartie.
Durch meinen heftigen Kopfstoss gegen den Boom von meinem BY-Beam hatte sich dieser gelockert und war nun auch von meinem neuen Tower gefallen wie eine reife Pflaume. Der Strahler von meinem BY-Beam ist zum Glueck nur 15 cm in meinen rechten Oberschenkel eingedrungen, so dass spaeter im Krankenhaus nur 4 Stiche noetig waren, um die Wunde zu schliessen.
Jedenfalls steckte mein BY-Beam in meinem Bein.
Weil ich meinen BY-Beam ja gleich nach dem Auskurbeln ausprobieren wollte, hatte ich den Transceiver im Shack schon angeknipst und wohl auch die VOX eingeschaltet. Meine XYL hat an diesem Tag mein Shack gesaugt und durch das Heulen des Staubsaugers muss wohl die VOX gezogen haben und hat dann den Sender hochgetastet. Also war ganz viel HF auf meinem BY-Beam und weil der ja noch in meinem rechten Bein steckte, war ganz viel HF auf mir. Ich habe also an meinen Tower gelehnt dagesessen und im Takt der Staubsaugergeraeusche gezuckt, bis das Shack sauber war.
Den Peilwagen der Deutschen Bundespost, der vor meinem Garten stand um den Urheber des Staubsauger-QRMs auf 15m zu ermitteln, habe ich schon nicht mehr wahrgenommen.
Der Doktor sagt, in 6 Wochen koennte ich das Krankenhaus verlassen, ich sollte mir nur ein anderes Hobby suchen; am besten eines, wo man nur ruhig im Zimmer sitzt und sich nicht handwerklich betaetigen muss.
Ich glaube, ich werde tun was der Doktor sagt; aber erst, wenn ich BY gearbeitet habe......

Quelle: Packet Radio, eingespielt von DO1FT (Box DB0SIF, Rubrik: HUMOR)




Protest gegen auf freiem Feld experimentierende Funkamateure

An einem Sonntagvormittag im Oktober 2000 fuhren DG3AWX - Dieter - und ich zu einem 10 GHz-Test an den Stadtrand von Gera/Ortsteil Wacholderbaum. Unsere Partnerstation war DL2AWT - Winfried - auf dem Wetzstein in JO50RK. Beim Aufbau unseres Equipments am Strassenrand wurden wir aus einem naheliegenden Wohnhaus mit angeschlossenen Reiterhof argwoehnisch beobachtet. Dann nahm die "Frau des Hauses" sich Mut und kam zu uns. Es wurde gefragt was wir hier tun und ob das ueberhaupt am Sonntag erlaubt waere. Die AFU-Gehnehmigung interessiert nicht, weil wir keine Firma sind und keinen Firmenaufdruck auf unserem Auto haetten.!! Jedenfalls wuerde sie fuer Recht und Ordnung sorgen. ---Abgang--- Kurze Zeit spaeter erschien dann der "Herr des Hauses" und postierte sich in angemessener Fluchtdistanz von 5 Metern neben uns. Man zueckte ein Notizbuechlein und machte sich wahrscheinlich ausgiebig Notizen von Autonummer, Typ, Farbe und Aussehen der Typen die hier mit Funkgeraeten hantierten. Nachdem der vollstaendige Steckbrief im Notizbuechlein verewigt war, wurde auch hier der Rueckzug angetreten.

Es waren keine 30 Minuten nach dieser Observation vergangen, da kam ein gruen-weisses Fahrzeug. Zwei Polizisten liessen sich die Situation erklaeren, kontrollierten unsere AFU-Genehmigung und wuenschten uns noch ein gutes Gelingen unseres Vorhabens.

Waehrenddessen waren die Gardinen im Wohnhaus in staendiger Bewegung. Nachdem die Polizei weitergefahren war und wir weiter unseren Verrichtungen nachgingen wurden schnurstracks saemtliche Tueren und Fenster verriegelt. Wir machten in Ruhe unsere Versuche weiter und drinnen im Hause sass man bestimmt mit verbissenen Gesichtern und verstand Gott und die Welt nicht mehr!!!

Quelle: Hessenrundspruch aus Packet Radio, (Box DB0LJ-8, Rubrik DISTRIKT)